Was uns in unserer Arbeit leitet
Die Fachklinik Nettetal ist eine Einrichtung zur medizinischen Rehabilitation suchtkranker Männer.
Wir sind Teil des Verbundsystems des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück und kooperieren mit anderen Einrichtungen in gegenseitiger Wertschätzung.
Unsere sozialen Dienstleistungen im Fachbereich Suchtkranken- und Drogenhilfe des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück werden unabhängig von der Religion, der Nationalität und der politischen Einstellung der Betroffenen angeboten. Wir sind bestrebt neue Notsituationen frühzeitig zu erkennen, die öffentliche Aufmerksamkeit darauf zu lenken und rechtzeitig Lösungen für die sich darstellenden Probleme zu finden.
Menschen haben das Bedürfnis nach Anregung, Genuss, Spaß, Ekstase und Entspannung. Dazu werden spezifische Verhaltensmuster und auch psychotrope Substanzen unterschiedlichster Art eingesetzt. Es können sich aber riskante Verhaltensweisen entwickeln, die zu Missbrauch und Abhängigkeit führen.
Abhängigkeit ist ein unabweisbares Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und zerstört die sozialen Bindungen und die sozialen Chancen eines Individuums.
Die Entstehung und Entwicklung einer Abhängigkeitserkrankung wird entsprechend des bio-psycho-sozialen Modells verstanden.
Charakteristische Merkmale von Missbrauch und Abhängigkeit sind in den internationalen Klassifikationssystemen (ICF, ICD-10 und DSM-lV) definiert und diagnostizierbar.
Die Ziele und Aufgaben unserer Hilfe orientieren sich an einer mehrdimensionalen Betrachtungsweise nach der International Classification of Functioning, Disability and Health‘ (ICF) vor dem Hintergrund der individuellen Situation des Menschen im Kontext von umwelt- und personenbezogenen Faktoren. Übergeordnetes Ziel ist eine möglichst umfassende berufliche und soziale Teilhabe.
Der Mensch ist grundsätzlich autonom und zur Selbstregulation fähig. Trotz aller Einschränkungen, die durch gesellschaftliche, soziale, familiäre und persönliche Faktoren entstehen können, verfügt er über eine prinzipielle Lernfähigkeit sowie vielfältige Ressourcen. Diese können mittels professioneller und ehrenamtlicher Kompetenz wiederentdeckt und weiterentwickelt werden.
Vor dem Hintergrund eines bio-psycho-sozialen Krankheitsverständnisses wird der Mensch in seiner individuellen Dimension einerseits als Einheit von Körper - Geist - Seele, andererseits als Mitglied und Akteur seiner sozialen Umwelt und der jeweiligen Wechselwirkung zwischen intra- und interindividueller Dimension gesehen.
Ziel dieses Verständnisses ist es, nicht in erster Linie nach Fehlern und Störungen zu suchen, die zur Krankheit führten, sondern nach schöpferischen Kräften, die wieder Lebenssinn sowie seelische und körperliche Gesundheit ermöglichen.
Unsere professionelle Unterstützung hat zum Ziel, die Erlebens- und Verhaltensmöglichkeiten unserer Patienten durch die Förderung zwischen-menschlicher Beziehungen und Begegnungen zu erweitern. Dabei geht es uns darum, die Selbstheilungskräfte der Patienten auf körperlicher, emotionaler, sozialer und spiritueller Ebene zu mobilisieren. Wir unterstützen den Patienten, sich in seinem Sein zu akzeptieren, seine individuellen Fähigkeiten zu entfalten und im lebensnahen Handeln zu verankern.
Wir erbringen soziale Dienstleistungen nach aktuellen professionellen Standards und im Bewusstsein christlicher Nächstenliebe und begegnen unseren Patienten und ihren Angehörigen mit Wertschätzung, Akzeptanz und Geduld. Geleitet ist unsere Haltung vom Grundsatz „Dem Menschen zugewandt“ im Sinne des Gleichnisses vom Barmherzigen Samariter (Lukas 12,25).
Wirksame Hilfe setzt praktikable Handlungskonzepte ebenso voraus wie enga-gierte und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dies wird durch einen partizipativen Führungsstil, klare Aufgabenbeschreibungen, die Delegation von Kompetenzen und Verantwortung sowie durch fachliche, persönliche und religiöse Weiterbildungen ermöglicht.
Als Einrichtungen des Fachbereichs Suchtprävention und Rehabilitation des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück arbeiten wir nach fachlichen Standards und beteiligen uns an deren Weiterentwicklung. Die Qualität unserer Arbeit wird durch ein regelmäßiges Qualitätsmanagement gesichert, die Leistungen erbringen wir nach den Grundsätzen der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit.
Im Mittelpunkt unseres Handelns befindet sich der Patient.