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Cannabisbehandlung

In Deutschland haben ca. 12,5 Millionen Menschen Erfahrung mit Cannabis (Simon, David-Spickermann & Bartsch, 2005). Das ist jeder vierte Erwachsene bzw. jeder siebte Jugendliche. Bei einem Teil dieser Betreuten besteht die Notwendigkeit einer Wiederherstellung oder wesentlichen Besserung der Funktionsfähigkeit insbesondere auf der Ebene der Aktivitäten und Teilhabe, insbesondere der beruflichen Teilhabe, d. h. sie bedürfen einer spezifischen Rehabilitation.
Die alleinige Cannabisabhängigkeit wird überwiegend ambulant behandelt. Es gibt allerdings einige Kriterien, die eine stationäre Behandlung sinnvoll erscheinen lassen. Dazu gehören:

  • Kombination mit anderen psychotropen Substanzen
  • schwere komorbide Störungen
  • wiederkehrende Rückfallgefährdung
  • Ausprägung des Entzugssyndroms
  • Schwere der Folgeschäden

In den Fachkliniken Nettetal und Emsland ist dann ein stationäres Modul indiziert, wenn sich die Beeinträchtigungen v.a. auf die Ebene der psychischen Funktionen, der alltagsrelevanten Kontextfaktoren und die alltagsrelevante Aktivität und Teilhabe bezieht. Diese Patienten haben ihr Umfeld trotz isoliertem Cannabiskonsum im Drogenmilieu gesucht, eine soziale Unterstützung durch eine Familie oder einen Freundeskreis ist allenfalls ansatzweise gegeben. Es fand eine Identifikation mit den Gepflogenheiten und der Atmosphäre im Drogenmilieu statt Das Patientenseminar Cannabis ist der zentrale suchtspezifische Baustein des zielgruppenspezifischen Angebotes für Cannabis-Konsumenten.
Die empfohlenen Kurzinterventionen bestehen aus einer Kombination von motivationsverstärkenden und kognitiv-verhaltens-therapeutischen Elementen und individueller Beratung im Sinne eines Case Managements (Empfehlungsklasse A). Oberstes Ziel für diese Zielgruppe ist die langfristige Stabilisierung der Cannabisabstinenz bzw. eine deutliche Reduktion des Cannabiskonsums. Dazu werden für die Patienten jeweils individuelle Ziele und Behandlungsschwerpunkte formuliert, die das Oberziel unterstützen.
Edukative Einheiten und gruppendynamische Einheiten ergänzen das therapeutische Vorgehen. Das Patientenseminar Cannabis wird wöchentlich in 90-minütiger Gruppensitzung durchgeführt und über die gesamte Behandlungsdauer besucht. Das Patientenseminar wird von einer Diplompädagogin geführt. Unser vorgelegtes Konzept zielt darauf ab, für diese Patienten in einem zeitlich begrenzten stationären Rahmen innerhalb der Modularen Kombinationsbehandlung wesentliche Grundlagen zur Wiedererlangung oder Verbesserung der beruflichen und sozialen Teilhabe und zur Nutzung längerfristiger ambulanter Rehabilitationsangebote zu legen. Der angedachte integrative Ansatz orientiert sich an unseren positiven Erfahrungen mit den Doppeldiagnose-Patienten, zumal wir hier auch im Hinblick auf einen ausschließlichen Cannabiskonsum einen Behandlungsschwerpunkt sehen. Patienten/Angehörige Dieses Angebot richtet sich an Cannabiskosumenten die für eine kurze Zeit eine Distanzierung aus ihrem Umfeld benötigen (Abstand zur Droge). Der stationäre Aufenthalt dient dazu, Alternativen zum Drogengebrauch zu finden, Orientierungshilfen und neue drogenfreie Lebensperspektiven zu entwickeln.
Oberstes Ziel für diese Zielgruppe ist die langfristige Stabilisierung der Cannabisabstinenz. Dazu werden für die Patienten jeweils individuelle Ziele und Behandlungsschwerpunkte formuliert, die das Oberziel unterstützen. Edukative Einheiten und gruppendynamische Einheiten ergänzen das therapeutische Vorgehen. Das Angehörigenseminar dient der Einführung u. Information in die Theorie der Ursachen der Suchterkrankung und der Problematik der Co-Abhängigkeit. Zur weiteren Umsetzung der Vorhaben dient im Anschluss an das stationäre ein ambulantes Modul das weitere regelmäßige Einzel- u. Gruppensitzungen beinhaltet. Die Gesamtbehandlungsdauer kann ein Jahr betragen, wobei die stationären Anteile in der Regel 4 Monate betragen.